LNB Vergleich mit allen Infos zu den unterschiedlichen Typen
Fernsehempfang.tv - Alle Infos über LNBs und die Typen

Alles über LNB: Welcher Low Noise Block ist der Beste?

Die Buchstabenkombination LNB steht für „Low Noise Block“ oder auch für „rauscharmer Signalumsetzer“ oder „rauscharmer Verstärker“. Der LNB ist eines der wichtigsten Elemente einer soliden Satelliten-Anlage. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die von der Parabolantenne gebündelten Funksignale zu übersetzen. Lesen Sie hier, was einen guten LNB ausmacht, welche unterschiedlichen LNBs es gibt und für welche Einsatzgebiete sich welcher LNB anbietet.

1. Definition: Was ist ein LNB überhaupt?

Gemeinhin gelten LNBs als die elektronische Baugruppe, welche sich in der Signalauskopplung einer Panelantenne oder im Brennpunkt einer Parabolantenne befinden. Doch welche Aufgabe hat ein signalarmer Rauschverstärker?

Ein LNB kann hochfrequente Mikrowellen aufnehmen, die sich normalerweise im Frequenzbereich zwischen 10,7 bis 12,75 GHz befinden. Er wandelt die Frequenzen in deutlich geringere um, was eine Übertragung über Kabel (Koaxialkabel) oder einen Lichtwellenleiter möglich macht.

Das Ergebnis: Durch diese „übersetzte“ Zwischenfrequenz überträgt der Signalumsetzer ein rausch- und verlustarmes Signal. Nicht zuletzt deshalb erfreuen sich LNBs in der Satellitentechnik bereits seit mehreren Jahrzehnten großer Beliebtheit. Aber wie arbeitet ein LNB eigentlich genau?

2. Funktionsweise: Wie funktioniert ein LNB?

Um begreifen zu können, wie ein rauscharmer Signalverstärker funktioniert, ist es sinnvoll, zunächst die Signale genauer zu betrachten. In Deutschland können viele Satelliten wie z. B. Astra, Hotbird oder Eutelsat empfangen werden. Sie senden ihre Signale auf unterschiedlichen Frequenzen. Bei Low-Band belaufen sich die Frequenzbereiche auf 10,7 bis 11,7 GHz. Bei High-Band auf 11.7 bis 12,75 GHz.

Der Frequenzbereich ist jedoch nur ein Aspekt, der Einfluss auf die Signale hat. In diesem Kontext findet auch die sogenannte Polarisation Beachtung. Der Satellit sendet seine Signale in vertikaler und horizontaler Polarisation zur Erde, um pro Frequenz noch mehr Signale übertragen zu können. Es gibt also vier mögliche Signalkombinationen, die auch Schaltzustände genannt werden:

  • High-Band – vertikal
  • Low-Band – vertikal
  • High-Band – horizontal
  • Low-Band – horizontal

Der LNB kann nun diese hochfrequenten Signale, die der Satellit sendet, aufnehmen und in eine niedrigere Frequenz übersetzen. Hintergrund: Die Signale, die im Bereich der Satellitenfrequenz liegen, können von einem gewöhnlichen Koaxialkabel nicht weitergeleitet werden, da sie zu hoch sind.

Der LNB senkt die Frequenz, sodass die Signale in einem Bereich von 0,95 bis 2,2 GHz liegen. Diese übersetzte bzw. herabgesetzte Frequenz wird als Zwischenfrequenz bezeichnet. Sie kann ohne Probleme an den Empfänger, also den Receiver, übertragen und schließlich vom Fernseher verarbeitet werden.

Der LNB hat aber noch eine andere Aufgabe. Er senkt nicht nur die Frequenz, sondern verstärkt zugleich auch das Signal. Das ist notwendig, dass die Signale in ausreichender Stärke – wird auch als Pegel bezeichnet – beim Receiver ankommen.

3. Unterschiedliche LNB Typen: Welche Arten von LNBs gibt es?

Wer sich für einen LNB interessiert, muss wissen, dass es verschiedene LNB Varianten gibt. Sie unterscheiden sich durch die Anzahl der Anschlüsse. Ein einfacher Single LNB eignet sich für Haushalte, in denen nur ein Receiver angeschlossen ist. Es gibt aber auch Mehrteilnehmeranlagen, an denen bis zu acht und mehr Receiver angeschlossen werden können.

Gut zu wissen: Die Bezeichnung „Universal“ bedeutet bei Low Noise Blocks lediglich, dass dieser LNB auch für HD-Empfang geeignet ist. Im Jahr 2019 und darüber hinaus sollte das eigentlich jedes LNB können. Daher: Verzichten Sie auf den Kauf von Empfangsköpfen ohne „Universal“-Bezeichnung.

LNB Typen im Überblick

Nachfolgend stellen wir Ihnen die gängigsten LNB Arten vor:

  • Single-LNB: Ein Single Low Noise Block kann nur mit einem Receiver verbunden werden und hat nur einen einzigen Ausgang. Dort wird das Koaxialkabel mit einem F-Stecker angeschlossen.
  • Twin-LNB: Der Twin LNB wird auch Doppel LNB genannt. Dabei handelt es sich um die Kombination von zwei Single LNBs. Man kann hier zwei Anschlüsse finden. Beide stellen getrennt voneinander das uneingeschränkte Signalspektrum zur Verfügung. Ein Twin LNB eignet sich für zwei Receiver und stellt sowohl Low als auch High Band sowie horizontale als auch vertikale Polarisation zur Verfügung.
  • Quad-LNB: Der Quad LNB hat vier Ausgänge und kann demnach in Haushalten mit vier Receivern verwendet werden. Wie beim Twin LNB steht auch beim Quad LNB an jedem Ausgang das volle Signal zur Verfügung.
  • Octo-LNB: Ein Octo LNB hat acht Anschlüsse, die ebenfalls das volle Signal zur Verfügung stellen. Integriert ist in den LNB ein Multischalter. Die Besonderheit eines Octo LNBs: Er benötigt keine separate Stromversorgung, denn über die angeschlossenen Receiver wird er mit Spannung versorgt. Verwendung finden die LNBs mit acht Anschlüssen vor allem in Mehrfamilienhäusern.
  • Quattro-LNB: Ein Quattro LNB ist der Allrounder in Sachen Satellitenempfang. An ihm können beliebig viele Receiver angeschlossen werden. Die Voraussetzung ist dafür aber, dass die Satellitenanlage ebenfalls über einen Multiswitch – also einen Multischalter – verfügt.
  • Monoblock-LNB: Ein Monoblock LNB kann bei einer Parabolantenne zwei unterschiedliche Satelliten empfangen. Wie der Name andeutet, handelt es sich beim Monoblock LNB um ein Bauteil, das zwei LNBs in einem einzigen Bauteil verbindet.
  • Unicable-LNB: Der Unicable LNB wird auch als Einkabel LNB bezeichnet. Er ermöglicht es, bis zu vier Receiver mit nur einem Kabel zu betreiben. Häufig werden Unicable LNBs dazu verwendet, bestehende Sat-Anlagen aufzurüsten, sodass sie mit mehr Geräten betrieben werden können.

Sonderfall Wideband LNB

DCT Delta Wideband LNB

Wideband LNB mit zwei Anschlüsse

Die ausgewählten Beispiele zeigen, dass die Auswahl der LNBs riesig ist. Einen Sonderfall stellt außerdem der Wideband LNB dar. Wideband Satellitenempfangssysteme haben eine Besonderheit: Pro Polarisation kommen dabei nämlich nur noch die Frequenzbereiche Low-Band (290 bis 1290 MHz) und High-Band (1290 bis 2340 MHz) zum Einsatz.

Jedoch wird hier eine weitere technische Ergänzung notwendig. Die nach unten erweiterten SAT-Frequenzen überschneiden sich mit den von Terrestrik und Kabel-TV belegten Frequenzen. Dieser „Konflikt“ lässt sich durch den Einsatz von dSCR-Technik lösen.

Gut zu wissen: Was ist dSCR überhaupt?

dSCR sorgt dafür, dass die Transponder des Satellitensignals in Frequenzbereiche oberhalb der aktuellen Kabel-TV-Frequenzen verschoben werden. Das geschieht noch, bevor das Satellitensignal ins Hausnetz eingespeist wird. Dafür kommen sogenannte optische Wandler zum Einsatz.

Wird dSCR verwendet, kann man die Breitbanddienste eines Kabelnetzbetreibers und Satellitenempfang auf nur einem Koaxialkabel kombinieren. Wideband LNBs gibt es mit unterschiedlich vielen Anschlüssen, die je nach individuellem Bedarf ausgewählt werden können.

Worin unterscheiden sich die LNBs?

Das Hauptunterscheidungskriterium der verschiedenen LNBs ist demnach die Anzahl der Anschlüsse bzw. Ausgänge. Bevor es an die Auswahl eines geeigneten Low Noise Blocks geht, ist es zunächst wichtig zu ermitteln, wie viele Receiver mit dem LNB verbunden werden sollen. Ziehen Sie auch in Erwägung, ob die Anzahl der Receiver womöglich noch ansteigen könnte. Hier bietet es sich an, auf einen flexiblen Quattro LNB zu setzen.

Wer mit dem Fernsehempfang eines gesamten Gebäudes oder eines Mehrfamilienhauses betraut ist, muss in größeren Dimensionen denken. Octo LNBs erfreuen sich aufgrund ihrer vielen Anschlüsse und dem einfachen Handling gerade in Wohnanlagen großer Beliebtheit. Ein weiteres Plus: Hier ist keine separate Stromversorgung notwendig, da die angeschlossenen Receiver für die notwendige Spannung sorgen.

Aber Achtung: Sobald nur ein Receiver an einem Octo LNB angeschlossen ist, könnte es passieren, dass die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Spannung einen längeren Weg überbrücken muss. Mitunter könnte die Spannung, die beim LNB ankommt, nicht ganz ausreichen, um ihn mit genügend Strom zu versorgen. Um die Störungsanfälligkeit zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, bei Mehrfamilienhäusern auf eine bewährte Sat-Anlage mit Quattro-LNB zu setzen.

4. Was zeichnet einen guten LNB aus?

Es gibt also zahlreiche LNB Typen auf den Markt. Doch was zeichnet einen guten LNB nun aus? Hauptaufgabe des rauscharmen Verstärkers ist es, die empfangenen Frequenzen in tiefere zu übersetzen bzw. umzuwandeln. Von der Satellitenschüssel aus wird der LNB Stecker dann über ein Koaxialkabel mit dem Receiver verbunden.

Das Wichtigste ist nun, dass der von Ihnen ausgewählte Low Noise Block mit dem Empfänger, also dem Receiver harmoniert. Damit Sie von einer guten Ton- und Bildqualität profitieren, ist auch die Rauschzahl nicht unerheblich. Diese liegt bei einem LNB zwischen 0,1 dB und 0,9 dB. Je kleiner nun die Rauschzahl ist, desto besser ist die Qualität von Ton und Bild. Gestochen scharfes Fernsehen empfangen Sie mit einer Rauschstärke zwischen 0,1 dB und 0,3 dB. Alles, was darüber liegt, wird unschärfer.

Wie bei allen elektronischen Bauteilen sollten Sie bei der Auswahl Ihres LNBs auch auf die Verarbeitung achten. Bedenken Sie, dass der LNB an der Satellitenschüssel verbaut ist und somit auch Wind und Wetter ausgesetzt ist. Ein witterungsbeständiges Gehäuse aus wertigen Materialien trägt dazu bei, dass Sie den Low Noise Block längere Zeit ohne Einschränkungen verwenden können.

LNBs für Multischalter ohne Netzteil

Die Stromaufnahme der LNBs ist ein wichtiger Faktor für einen reibungslosen Betrieb. Wir sagen Ihnen warum und auf was Sie achten sollten.

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5. LNB Test: Welcher ist der beste Low Noise Block?

Generell gilt: Wenn Sie auf namhafte Hersteller achten, können Sie nicht viel falsch machen, denn technisch sind diese immer auf dem neuesten Stand und unterscheiden sich in der Qualität kaum. Im Folgenden verraten wir Ihnen, welches Quad-LNB Sie aktuell zu einem fairen Preis bekommen.

Wir haben uns bei der Auswahl auf Quad-LNBs beschränkt, da dies die gängigste Form der rauscharmen Signalverstärker ist. Die meisten SAT-Haushalte haben mehr als nur ein Empfangsgerät. Bei mehr als vier Geräten (beispielsweise in Mehrfamilienhäusern) werden eher Sat-Multischalter bevorzugt, die nicht schon bei 8 Teilnehmern an ihre Grenzen kommen.

Wichtig ist am Ende, dass der LNB perfekt mit Ihrem Empfänger harmoniert. Auf den Wetterschutz ist ebenfalls zu achten. Im Folgenden zeigen wir Ihnen 5 LNBs der Top-Hersteller, die alle wichtigen Kriterien erfüllen.

6. Was ist DiSEqC: Infos und Wissenswertes

DiSEqC Schalter

DiSEqC Schalter für die Nutzung von unterschiedlichen Satelliten

Im Kontext von LNBs wird häufig auch auf DiSEqC eingegangen. Doch was ist das überhaupt? DiSEqC ist die Abkürzung für Digital Satellite Equipment Control. Dabei handelt es sich um einen aktuellen Standard, der in der Satellitenübertragungstechnik Verwendung findet. Er trägt dazu bei, dass die Daten zwischen SAT-Receiver und angeschlossenem Multiswitch-Schalter reibungslos übertragen werden können.

Doch was hat das nun mit einem Low Noise Block zu tun? Oft soll mehr als nur ein Satellit empfangen werden, weshalb sehr komplexe SAT-Anlagen nicht nur mit einem, sondern mit mehreren LNBs verbunden sind. DiSEqC kann vier und mehr Schaltzustände signalisieren und kommt hier als Standard zum Einsatz, um Schaltfehler zwischen LNB und dem Receiver zu vermeiden.

Dafür ist es jedoch notwendig, dass der Empfänger DiSEqC-Befehle verarbeiten kann. Wer mit dem Standard arbeiten möchte, benötigt demzufolge einen DiSEqC-fähigen Empfänger. Dieser gibt dem angeschlossenen Technikequipment – LNB oder Multischalter – weiter, aus welcher Ebene/Polarisation er das gewünschte Signal empfangen möchte. So lassen sich Empfangsprobleme gezielt vermeiden und auch individuelle Empfangslösungen zusammenstellen.

7. Einen LNB schielend installieren: So geht’s

Einige Techniker setzen auch bei der schielenden Installation von LNBs auf DiSEqC. Doch was ist diese schielende Installation eigentlich und wofür benötigt man sie?

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Warum einen LNB schielend installieren?

Wer mehrere Satelliten empfangen möchte, kann einen Low Noise Block schielend installieren bzw. montieren. Dafür sind zwei LNBs notwendig. Anders als beim SAT-Empfang von nur einem Satelliten, versucht man bei der schielenden Installation die Satellitenschüssel so auszurichten, dass die Signale von mindestens zwei Satelliten empfangen werden können.

Damit geht eine Schwierigkeit einher. Nur ein Spiegel und damit ein LNB befinden sich perfekt im Brennpunkt der Signale. Der zweite Empfänger, der den anderen Satelliten empfangen soll, ist demnach nicht ideal ausgerichtet, wodurch auch die Empfangsstärke sinkt. Aber: Noch immer ist die Empfangsstärke ausreichend für den sogenannten schielenden Empfang zweier Satelliten.

Was ist bei einem schielenden Low Noise Block wichtig?

Wie beschrieben, lassen sich über den schielenden Empfang zwei Satellitensignale einfangen. Eines davon ist aber aufgrund der Ausrichtung der Satellitenschüssel von Natur aus signalärmer. Es ist demnach wichtig, den ohnehin leistungsstärkeren Satelliten schielend zu installieren. Signalverluste schlagen somit nicht zu sehr zu Buche. Richten Sie die Schüssel deshalb auf den signalschwächeren Satelliten aus.

Die häufigste Konstellation ist hierzulande folgende: Astra 19,2 und Hotbird 13. Die Ausrichtung der Schüssel erfolgt auf Hotbird, um noch genügend Schlechtwetterreserven zu haben. Astra wird hingegen schielend empfangen.

Schielender Einsatz von LNBs: So funktioniert es

LNB schielend montieren

So installieren Sie ein schielendes LNB

Um die voneinander getrennten LNBs schielend zu installieren und zu montieren, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Monoblock LNB: Beim Monoblock LNB sind – wie oben beschrieben – zwei Empfänger in einem Bauteil kombiniert. Im Gehäuse ist zudem ein DiSEqC-Umschalter. Er ermöglicht einen störungsfreien Empfang zweier unterschiedlicher Satellitensignale. Mit dem Monoblock LNB müssen Sie nur ein Bauteil an der Satellitenschüssel montieren. Das lässt aber wenig Spielraum für Individualisierungen.
  2. Multifeedhalter: Wenn Sie sich für den Einsatz eines Multifeedhalters entscheiden, dann benötigen Sie mindestens zwei LNBs, die mit dem Multifeed befestigt werden. Welche Art von LNB Sie verwenden, steht Ihnen hierbei frei. Aufgrund der zwei einzelnen Bauteile müssen Sie hier mit etwas höheren Kosten rechnen als bei der erstgenannten Möglichkeit.

Wer sich nicht auf die Gefahr des schlechteren Empfangs durch die suboptimale Ausrichtung einlassen möchte, hat die Option, eine vollautomatische Sat-Schüssel zu installieren. Je nach gewünschtem Satellit bzw. Programm richtet die Satellitenschüssel dann automatisch ihre Position für einen bestmöglichen Fernsehempfang aus. Eine andere Alternative wäre es, zwei Satellitenschüsseln auf dem Dach anzubringen.

Alle Infos über das Thema unicable

Alle Infos über die Technik und deren Funktion sowie die Vor- und Nachteile des Unicable-Systems finden Sie auf Unicable-Hilfe.de

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