Jens Burmeister von TechniSat
Jens Burmeister - TechniSat

Jens Burmeister von TechniSat über Smart Home und den Megatrend

Heute bei Teil 1 unserer „Nachgehakt-Reihe“: Jens Burmeister von TechniSat, ein führender deutscher Hersteller von Produkten der Unterhaltungselektronik. Was Sie über das Thema Smart Home unbedingt wissen sollten und über den kommenden Megatrend.

Fernsehempfang.tv: Zu Beginn eine kurze Vorstellungsrunde: Wie ist ihr Name? Von welcher Firma kommen Sie? Welchen Fachbereich betreuen Sie dort?

Jens Burmeister:  Ich heiße Jens Burmeister und arbeite bei TechniSat Dresden GmbH. Das ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum von TechniSat. Ich bin dort als Entwicklungsbereichsleiter Smart Home / App-Entwicklung tätig.

TechniSat ist einer der führenden deutschen Hersteller von Produkten der Unterhaltungselektronik. Inzwischen gehören Fernseher, Digitalradios, Smart-Home- und weitere Lifestyle-Elektronik-Geräte zum Angebot. Im Bereich Smart Home bietet TechniSat eine Zentraleinheit und zugehörige Smart-Home-Komponenten an. Diese können über den Fernseher, eine App (Android/iOS) sowie über Sprache (Alexa) gesteuert werden.

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Fernsehempfang.tv: Welche Möglichkeiten haben unsere Leser Ihr Zuhause mit Smart-Home zu gestalten?

Jens Burmeister: Smart Home steht für ein vernetztes und intelligentes Zuhause, das mehr Komfort, Sicherheit, Energieeffizienz und Lebensqualität bietet. Der Nutzer von Smart Home reduziert seine Energiekosten mit smarten Heizungsthermostaten oder steuerbaren Steckdosen. Er steigert seinen Wohnkomfort mit vernetzten Musikanlagen oder Sprachassistenten.

TechniSat Smart Home Ambiente

© TechniSat – Mit dem Smartphone alles steuern

Besonders wichtig: Mit Smart Home greift man auf ein breites Sortiment an Präventiv- und Schutzmaßnahmen zurück. Tür- und Fensterkontakte melden jede Veränderung des Schließzustands. Ein Multisensor registriert Bewegungen im Haus oder Garten. Clevere Kameras können innen und außen eingesetzt werden. Kameras sorgen auch dann für mehr Sicherheit und Komfort, wenn man zuhause ist. Man kann schnell im Garten nach dem Rechten sehen, hat ein Auge auf das schlummernde Baby oder prüft, wer gerade an der Tür geklingelt hat.

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Fernsehempfang.tv: Oft kann sich ein Nutzer zwischen verschiedenen Systemen entscheiden. Wie sieht es da bei Smart-Home aus? Gibt es verschiedene Smart-Home Systeme und wie funktionieren diese?

Jens Burmeister: Im Smart Home hat sich noch kein Standard durchgesetzt, was für den Kunden schwierig ist, weil er nicht weiß, was womit funktioniert. Im Bereich der Funkstandards gibt es bspw. Zigbee, Z-Wave, DECT, enOcean sowie diverse proprietäre Funkprotokolle.

TechniSat setzt im Moment auf das Z-Wave-Funkprotokoll. Es zeichnet sich durch Intraoperabilität aus, d.h. auch Z-Wave-Fremdgeräte können mit TechniSat-Zentraleinheiten verwendet werden, sofern die relevanten Klassen von uns unterstützt werden. Es gibt immerhin ca. 2400 Z-Wave-Geräte, die in der Allianz registriert sind (https://products.z-wavealliance.org). Durch diese Vielfalt ist der Kunde flexibel und kann erstmal klein anfangen, z.B. mit ein paar Schaltsteckdosen, um die Lichterkette am Balkon zu steuern. Später kann er bspw. Thermostate nachrüsten. Ergänzend zu Z-Wave nutzen wir auf Basis des IP-Standards noch Kameras.

Das TechniSat Smart Home Prinzip – einfach und flexibel

TechniSat Smart Home Prinzip

© TechniSat – So funktioniert Smart Home

Fernsehempfang.tv: Können Sie unseren Leser kurz erklären wie und ob sich Ihr Zuhause über Ihren Fernseher steuern lässt?

Jens Burmeister: Um das smarte zu Hause vom Fernseher aus zu steuern, benötigt der Leser eine TechniSat-Zentraleinheit, und ein Master-Display, d.h. ein Fernseher oder eine STB, die auf die Zentraleinheit zugreift. Wir bieten Fernseher und STBs mit eingebauter Zentraleinheit an, d.h. Zentraleinheit und Master-Display stecken in einem Gerät. Aber wir haben auch eine Stand-Alone-Zentraleinheit, ohne HDMI bzw. Bildschirm.

TechniSat Smart-Home Ansicht Fernseher

© TechniSat – Smart Home Übersicht auf dem Fernseher

Dazu werden die Komponenten benötigt, die gesteuert werden sollen, bspw. Schaltsteckdosen, Thermostate, dimmbare Lampen, Rollos.

Was kann gemacht werden:

  • Anzeige und Steuerung (drehen/zoomen) von Kamerabildern
  • An/Ausschalten von Steckdosen
  • Einstellen der Thermostate
  • Dimmen von Licht
  • Öffnen/Schließen der Rollos
  • Auslösen/Aktivieren/Deaktivieren von Komplexen Szenen
  • Abfrage von allen Sensorwerten im Smart Home, bspw. Temperatursensoren, Türkontakte, Alarmen, etc.

Dies alles erfolgt über die Fernbedienung des Fernsehers bzw. der Set-Top-Box.

Komplexere Tätigkeiten wie das Ein- und Auslernen von Geräten, das Verwalten von Geräten und Räumen sowie die Erstellung von Szenen erfolgt komfortabel in der App, da dies mit einer Fernbedienung zu kompliziert zu bedienen wären.

Fernsehempfang.tv: Besteht die Möglichkeit, dass die Nutzer von Smart Home Energie sparen? Durch beispielsweise das Ein- und Ausschalten der Heizung von unterwegs?

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Jens Burmeister: Das TechniSat Smart Home System bietet sehr komfortable Möglichkeiten der Heizungssteuerung und Schaltsteckdosen an. Über Zeitpläne können beide minutengenau gesteuert werden. So kann der Kunde die Temperatur herunter regeln, wenn er nicht da ist bzw. nicht genutzte Geräte über die Schaltsteckdose hart ausschalten. Bei allem Automatismus hat der Kunde trotzdem die Kontrolle und kann auch bei laufendem Zeitplan die Temperatur wieder hochregeln.

Unser Kunde hat die Möglichkeit, aus der Ferne auf sein Smart-Home zuzugreifen, kann also z.B. auf Arbeit die Heizung schon mal eher anschalten.

Zum Energiesparen eignet sich auch die Kombination von zwei oder mehreren Komponenten. So zum Beispiel kann ein Fensterkontakt dem Heizungsthermostat signalisieren, dass das Fenster auf ist und die Heizung deshalb runtergefahren sein sollte. Oder kann ein Multisensor einer Schaltsteckdose erst dann den Befehl zum Einschalten des Lichts geben, wenn auch wirklich nicht mehr genügend Tageslicht da ist. Es gibt da viele Möglichkeiten.

Eine außergewöhnliche Smart-Home-Zentrale

Wie Sie mit der TechniSat SONATA 1 Ihr smartes Zuhause steuern

Video anschauen!

Fernsehempfang.tv: Natürlich kommt bei unseren Lesern die Fragen auf, ob Smart-Home Systeme sicher vor Hackerangriffen sind. Somit die Frage ans Sie: Können Smart-Home Systeme gehackt werden?

Jens Burmeister: Datenschutz und Datensicherheit ist ein großes Thema in der heutigen Zeit, im Speziellen in Deutschland. Als Smart-Home-Anbieter stehen wir in der Verantwortung, die Daten zu schützen, indem:

  • Die Daten des Smart-Home-Systems liegen auf der Zentraleinheit, nicht in einer Cloud
    Im Heimnetz ist die Verbindung über ein Passwort abgesichert, über Fernzugriff über ein weiteres.
  • Unser Fernzugriff funktioniert nur als Proxy, d.h. es werden keine Smart-Home-Daten auf TechniSat Servern gespeichert, sondern nur transportiert.
  • Alle TechniSat Server stehen in Deutschland.
  • Die Datentransportverbindungen sind verschlüsselt.

Die Datenverbindungen der Funkstandards entwickeln sich ebenfalls voran. War früher Z-Wave unverschlüsselt, so gibt es auch dort mittlerweile komplexe Verschlüsselungsalgorithmen. Das System ist abwärtskompatibel, das heißt auch ältere Sensoren ohne Verschlüsselung funktionieren noch.

Wir bieten dem Kunden an, Datenschutz vor Komfort zu stellen:

Fernzugriff (also Zugriff aus dem Internet von unterwegs) ist optional. Alle Daten liegen auf der Zentraleinheit im Heimnetz. Standardmäßig ist Fernzugriff deaktiviert. Wenn der Kunde nicht will, dass die Zentraleinheit über Internet erreichbar ist, lässt er die Funktion deaktiviert.
Sprachsteuerung über Alexa ist sicherlich datenkritisch zu sehen, da dort natürlich der Austausch mit Amazon-Servern erfolgen muss. Daher ist auch dieses Feature optional. Wer es nicht nutzen will, lässt es deaktiviert.

Fernsehempfang.tv: Haben Sie ein paar wichtige Tipps zum Bereich Smart Home? Sollten unsere Leser lieber einen Profi engagieren oder können Sie ihr Smart-Home selbst einrichten?

Jens Burmeister: Die Einrichtung eines Smart Homes scheint zuerst etwas komplex zu sein. Verschiedene Geräte haben unterschiedliche Einlernprozeduren, was den technisch unbedarften Benutzer am Anfang als Herausforderung erscheint. Durch eine komfortable Bedienführung in unserer TechniSat CONNECT App nehmen wir den Kunden aber Schritt für Schritt an die Hand, zeigen mit Fotos und Tutorial-Videos, wie die Einrichtung funktioniert. Sollte das System bemerken, dass doch beim Einlernen mal etwas schief gegangen ist, wird der Nutzer entsprechend darauf hingewiesen.

Zusätzlich gibt es ein großes Netzwerk an geschulten TechniSat-Fachhändlern, die bei der Einrichtung unterstützen können.

Fernsehempfang.tv: Abschließend ein Ausblick in die Zukunft: Was wird es in der nächsten Zeit Neues im Bereich Smart Home geben?

Jens Burmeister: Ich persönlich halte Sprachsteuerung im Smart Home nach wie vor als Megatrend. Hat man sich daran gewöhnt, kann man über die Sprache sehr komfortabel das Smart Home steuern.

Zwei weitere Themen sind auch interessant:

  • Das eine ist Augmented Reality. Über die Smartphone-Kamera kann man sich so in seinem zu Hause umsehen und Zusatzinformationen des Systems auf dem Smart Phone sehen.
  • Das andere ist KI, künstliche Intelligenz. Diese kann das Benutzerverhalten lernen und so automatisch bestimmte Aktionen im Smart Home durchführen. Ein simples Beispiel: Wenn der Kunde jeden Tag um 16Uhr nach Hause kommt und dann als erstes die Heizung auf 23°C stellt, kann das System das Erkennen und dies für den Kunden übernehmen. Herausforderung sehe ich hier, dem Kunden das ganze transparent zu machen, dass er versteht, was das System macht.
Freuen Sie sich auf Teil 2 unserer Interview Reihe und Thomas Haase von TechniSat

Über Trends, das beste Fernseherlebnis und worauf Sie beim Kauf eines neuen Endgerät wie TV oder Receiver unbedingt achten sollten.

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